
Die wachsende Bedeutung von Biobanken für die Forschung ist unbestritten. Register, die mit Biobanken verknüpft sind, spielen eine wichtige Rolle in der Krebsforschung, indem sie hochwertige Ressourcen mit klinischer Annotation relevanter biologischer Proben schaffen. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach hochwertigen Proben und präziser Probenlagerung. Um den Mangel an nachgewiesen qualitativ hochwertigen Proben für onko-hämatologische Erkrankungen auszugleichen, gründete die pädiatrische Onkologie- und Hämatologie-Einheit (UOHP) der HUG 2016 die Genfer pädiatrische Biobank für Onko-Hämatologie-Forschung (BaHOP). BaHOP fördert Forschung zur Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie in pädiatrischer Onkologie, Hämatologie und Immunologie.
Methode:
BaHOP besteht aus: 1) der internationalen Abteilung für Sammlung und Lagerung von Proben und zugehörigen klinischen Daten von Patienten in pharmakogenomischen Substudien; 2) der lokalen Abteilung für klinische Daten und biologisches Material von Patienten der UOHP der HUG; 3) der nationalen Abteilung BISKIDS (Germline DNA Biobank Switzerland for Childhood Cancer and Blood Disorders, 2018), zur Sammlung von Keimbahn-DNA aller in der Schweiz überlebenden Kinder mit Krebs und Verknüpfung mit klinischen Daten des Kindskrebs-Forschungsnetzwerks (GRC) am ISPM der Universität Bern.
Ergebnisse:
BaHOP sammelte bisher über 8783 Einzelproben-Aliquots von mehr als 2767 Patienten (inkl. Teilnehmer an PGX-Substudien ALL SCTped FORUM und MyeChild01). Klinische Daten werden in unserem Biobank-Informationsmanagementsystem (BIMS) für UOHP-Patienten und internationale klinische Studien zentralisiert. Für BISKIDS werden klinische Daten am ISPM Bern zentralisiert. Wir bauten die erste nationale IT-Plattform zum Verknüpfen dieser Ressourcen. Durch Verknüpfung der ISPM-Daten mit Biobank-Informationen der BISKIDS-Teilnehmer reduzieren wir Redundanzen und verbessern nachhaltig die Datenqualität. Jede Ressource wird unabhängig auf eigenen Servern verwaltet; ein minimales Datenset wird über eine zentrale Schnittstelle am ISPM Bern ausgetauscht. Dieses Trust Center wird von SwissRDL am ISPM betrieben. Die Verknüpfung erfolgt über eine eindeutige BioLink-ID.
2020–2021 erhielt BaHOP die VITA-Akkreditierung der Swiss Biobanking Platform (SBP), die die Einhaltung des rechtlichen Rahmens für Forschung am Menschen bestätigt.
2023 erhielt BaHOP das NORMA-Label der SBP für operative Prozessqualität (Sammlung, Transport, Empfang, Verarbeitung, Lagerung, Distribution) und Harmonisierung schweizerischer Praktiken. Von 13 Genfer Biobanken ist BaHOP die zweite von vier mit NORMA. National sind 34 von 92 Biobanken zertifiziert. Die SBP-Akkreditierung listet BaHOP in biobankSQAN. Über die BBMRI-ERIC-Kooperation ist BaHOP im internationalen BBMRI-Verzeichnis. Mitglieder präsentierten Poster und Vorträge. BaHOP unterstützt derzeit vier Forschungsprojekte (darunter GECCOS), drei mit lokalen und eines international mit BISKIDS-Ressourcen.
Was bringt diese Biobank den Patienten?
BaHOP bewahrt hochwertige biologische Proben in einer stark regulierten, sicheren Struktur für nationale und internationale Onko-Hämatologie-Forschung zur Verbesserung des Wissens in diesem Bereich.
