
III. Neuroblastom-Projekt
Das Neuroblastom (NB) ist der häufigste extrakranielle solide Tumor bei Kindern. Es macht 7 bis 8 % aller bösartigen Tumoren im Kindesalter aus und ist für 15 % aller krebsbedingten Todesfälle in dieser Altersgruppe verantwortlich. Es ist die am häufigsten im frühen Kindesalter diagnostizierte Krebsart; das mediane Alter bei der Diagnose liegt bei etwa 19 Monaten. Während 90 % der Patienten unter 5 Jahre alt sind, tritt das NB nach dem 10. Lebensjahr nur noch sehr selten auf. In etwa 50 % der Fälle liegt bei der Diagnose bereits eine metastasierte Erkrankung vor.
Kinder mit einem Neuroblastom der Risikogruppe „sehr niedrig“ haben eine erwartete Langzeitüberlebensrate von 99 bis 100 %, während Patienten der Hochrisikogruppe eine Langzeitüberlebensrate von unter 50 % aufweisen. Dies liegt an der Ausbreitung der Krankheit auf verschiedene Organe (Metastasen), die trotz intensiver multimodaler Therapie – bestehend aus Operation, hochdosierter Chemotherapie mit autologer Knochenmarktransplantation, Strahlentherapie und Immuntherapie – oft einen tödlichen Verlauf nimmt. Neue Therapien für die Hochrisikogruppe sind daher dringend erforderlich. Ein Kennzeichen dieser aggressiven Form ist die Amplifikation eines Gens namens MYCN. Dieses Gen wirkt wie ein Beschleuniger, der die Krebszellen zu unkontrolliertem Wachstum antreibt. Da diese Zellen in der Lage sind, sich anzupassen und Behandlungen zu widerstehen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein einzelnes Medikament ausreicht, um die Krankheit zu heilen.
Das Ziel unserer Forschung ist es, die internen Abläufe dieser Hochrisiko-Neuroblastomzellen besser zu verstehen, um herauszufinden, was sie so aggressiv macht. Indem wir entschlüsseln, wie ihre verschiedenen Mechanismen miteinander kommunizieren, können wir neue Behandlungsansätze entwickeln oder bestehende Protokolle verbessern, um den Kindern und ihren Familien mehr Hoffnung zu geben.
