GivenGain

Die CANSEARCH-Forschungsprojekte 2025

Vorstellung der verschiedenen Forschungsschwerpunkte des Teams der CANSEARCH-Forschungsplattform für pädiatrische Onkologie und Hämatologie an der Universität Genf und deren konkreter Nutzen für die Krebsbehandlung.

Krebs bei Kindern unterscheidet sich von Krebs bei Erwachsenen, da er eher mit der Zellentwicklung als mit dem Alterungsprozess zusammenhängt. Die schnell wachsenden Zellen sind anfälliger für Mutationen, und die Behandlungen, insbesondere die Chemotherapie, verursachen bei Kindern schwerwiegendere Nebenwirkungen. Dennoch ist diese Krebsart bisher nur wenig erforscht. Um dies zu ändern, gründete Prof. Marc Ansari 2011 gemeinsam mit den HUG und der Universität Genf die Stiftung CANSEARCH sowie deren Forschungsplattform für pädiatrische Onkologie und Hämatologie an der Universität Genf. Die Hauptaufgabe der Stiftung CANSEARCH besteht darin, die medizinische Forschung zu Krebserkrankungen und Blutkrankheiten bei Kindern zu finanzieren. Das Ziel: die Krankheit besser verstehen, die Toxizität der Behandlungen sowie deren Nebenwirkungen reduzieren und die Wirksamkeit aktueller Therapien verbessern.

Individualisierte Therapie: Ein umfassendes pharmakogenomisches Projekt

Unsere Studien konzentrieren sich auf die personalisierte Gesundheitsversorgung. Diese Präzisionsmedizin wird individuell an jeden Patienten angepasst und auf Basis der einzigartigen Merkmale seines Tumors und seines Organismus optimiert. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Wirksamkeit der Behandlung zu steigern und Nebenwirkungen zu begrenzen.

Die Pharmakogenomik, das Herzstück dieses Ansatzes, untersucht den Einfluss genetischer Variationen auf das Ansprechen auf Medikamente. Sie ermöglicht es vorherzusagen, ob ein Patient gut, schlecht oder gar nicht auf eine Behandlung reagiert. In der pädiatrischen Onkologie, wo Chemotherapien sehr toxisch sein können und ihre Wirksamkeit variiert, ist diese Wissenschaft von entscheidender Bedeutung. Dank der individualisierten Therapie ist es möglich, die Medikamentendosierung für jedes Kind anzupassen. Dies erhöht die Heilungschancen, senkt das Rückfallrisiko und begrenzt unerwünschte Wirkungen, die mitunter schwerwiegend oder dauerhaft sein können.

In der Onkologie wurde nachgewiesen, dass 20 % der Patienten nicht auf die Standardbehandlung ansprechen. Die in der Chemotherapie eingesetzten Wirkstoffe eignen sich ideal für pharmakogenomische Untersuchungen, da sie häufig in Dosierungen verabreicht werden, die eine hohe Toxizität bei sehr unterschiedlichem individuellem Ansprechen hervorrufen. Ihr Einsatz muss daher optimiert werden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Kurz- und langfristige Toxizität betreffen mehr als 40 % der Krebspatienten und können lebensbedrohlich sein oder zu dauerhaften Behinderungen führen. Die Pharmakologie in diesem Bereich hat daher das Potenzial, die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten zu verbessern und somit die Überlebenschancen der Kinder zu erhöhen.

Zu Beginn konzentrierten wir uns auf das Medikament Busulfan (Bu), das häufig bei Stammzelltransplantationen bei Kindern eingesetzt wird. Es ist ein komplex anzuwendendes Medikament, da es schwierig ist, für jeden Patienten die richtige Dosis zu finden. Dank der Fortschritte beim Einsatz von Busulfan haben wir unsere Forschung auf weitere wichtige Medikamente ausgeweitet, die vor oder nach einer Transplantation verwendet werden, wie etwa solche zur Vorbeugung oder Behandlung von Abstoßungsreaktionen (z. B. Graft-versus-Host-Reaktion). Auch wenn die korrekte Dosierung von Busulfan weiterhin eine Herausforderung darstellt, versuchen wir nun, die gesamte Behandlung zu erfassen, um sie besser auf jedes Kind abstimmen zu können.

Unsere Forschungsprojekte untersuchen 10 Hauptthemen. Das wichtigste Projekt zur personalisierten Medizin (Pharmakogenomik und therapeutisches Monitoring von Chemotherapien) umfasst alle unsere verschiedenen Studien (Pharmakogenetik - PGx) und stellt die Verbindung zwischen ihnen her. Es ist in 13 Teilprojekte untergliedert.


  1. Pharmakogenomik-Projekte (PGX) und individualisierte Therapie
  2. Hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT)
  3. Biobank BaHOP
  4. Projekt zum Neuroblastom
  5. Projekt zu Hirntumoren
  6. Projekt zu Lebertumoren - RELIVE - SWISSLIVERRE
  7. Wirkstoffprofilierung (Drug Profiling)
  8. Projekt zu Leukämien
  9. Genetische Risiken für Komplikationen nach der Behandlung
  10. Gutartige Hämatologie (z. B. Sichelzellanämie)