
V. Hirntumor (HGG)
Die Forschungsplattform CANSEARCH legt großen Wert darauf, wenig erforschte Bereiche zu identifizieren. Aufgrund ihrer Seltenheit gehören pädiatrische Krebserkrankungen dazu, insbesondere das pädiatrische hochgradige Gliom (HGG). Da diese Erkrankung bei Kleinkindern unter 3 bis 5 Jahren extrem selten ist, ist die Einrichtung eines internationalen Registers für HGG bei Kleinkindern erforderlich, um die Fälle zu erfassen. Ziel des Projekts ist es, epidemiologische, klinische und molekulare Daten von jungen Kindern mit HGG systematisch zu sammeln, um das Wissen über HGG bei Säuglingen und Kleinkindern signifikant zu erweitern.
Um unsere vorläufigen Erkenntnisse zu vertiefen, haben wir eine retrospektive Studie der verfügbaren Patientendaten zu infantilen hemisphärischen Gliomen durchgeführt. Unsere Studie mit dem Titel „Meta-Analyse individueller Patientendaten zu infantilen hemisphärischen Gliomen (IHG)“ untersuchte die Merkmale dieser speziellen Form des pädiatrischen Hirntumors, die durch spezifische genetische Veränderungen gekennzeichnet ist. Wir haben die Daten von 164 IHG-Patienten analysiert – die bislang größte Studie zu dieser Erkrankung – und festgestellt, dass diese Patienten trotz einer generell günstigen Prognose häufig ein frühes Fortschreiten der Krankheit erleben, was die Notwendigkeit einer optimalen Behandlungsstrategie unterstreicht. Eine vollständige chirurgische Resektion scheint bei der Erstbehandlung eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine eingehendere Bewertung der therapeutischen Optionen für die Zweitlinientherapie ist weiterhin erforderlich, um deren Auswirkungen auf das Gesamtüberleben zu verstehen.
Eine der Einschränkungen retrospektiver Daten ist ihre Lückenhaftigkeit, was Interpretationen erschwert und den Bedarf an einem internationalen Register zur systematischen Erfassung von Patientendaten verdeutlicht. Wir sind derzeit dabei, ein fundiert dokumentiertes Register aufzubauen, um fundiertere Schlussfolgerungen ziehen zu können.
